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Shimano Nasci vs. Daiwa Exceler: Welche Mittelklasse-Rolle gewinnt das Duell? (Praxistest)

Vergleich der Angelrollen Shimano Nasci FC und Daiwa 23 Exceler LT nebeneinander in der Praxis.

Die Namen Shimano und Daiwa stehen für hochqualitative Angelrollen und man kann bei beiden Herstellern schon gute Modelle für unter 100 Euro kaufen.

In meinem Praxistest habe ich die Shimano Nasci FC 4000XG und die Daiwa 23 Exceler LT4000D-C länger als 1 Jahr am Wasser getestet.

Beide Modelle gehören zur spannenden Mittelklasse unter 100 Euro. Worauf du generell beim Kauf achten solltest und welche Kriterien in jeder Preisklasse zählen, erkläre ich dir auch in meinem großen Angelrollen Vergleich.

In diesem Artikel gehe ich genauer auf die technischen Spezifikationen beider Modelle ein und beschreibe auch die Besonderheiten, die ich bei beiden Rollen beim Angeln bemerkt habe.

Die technischen Spezifikationen im Überblick

Nasci FC 4000XGExceler LT4000D-C
Schnurfassung180 m / 0,30 mm150 m / 0,37 mm
Übersetzung6,2:15,2:1
Anzahl der Kugellager5+15
Art der BremseFrontbremseFrontbremse
Bremskraft11 kg12 kg
Gewicht285 g225 g
GehäusematerialXT-7Zaion V
SalzwasserfestNeinNein

Obwohl beide Rollen in der 4000er-Größe antreten, gibt es doch einige Unterschiede, vor allem bei der Übersetzung, der Schnurfassung und dem Material.

Die Shimano Nasci FC ist mit ihrer hohen Übersetzung von 6,2:1 und dem etwas höheren Eigengewicht die ideale Wahl für das schnelle Fischen auf Distanz oder das Rapfenangeln, wo ein hoher Schnureinzug entscheidend ist.

Ihr Gehäuse aus dem bewährten XT-7 Verbundmaterial sorgt für die nötige Robustheit und Steifigkeit, um auch bei harten Drills und schweren Ködern die Kontrolle zu behalten.

Im Gegensatz dazu ist die Daiwa Exceler LT ein echtes Leichtgewicht. Mit nur 225 g ist sie stolze 60 g leichter als die Shimano – ein massiver Unterschied, den du nach einem vollen Tag beim aktiven Spinnfischen deutlich im Handgelenk spüren wirst.

Während die Nasci auf Speed und Robustheit setzt, punktet die Exceler durch eine etwas höhere Bremskraft von 12 kg und das innovative Zaion V Material, das maximale Stabilität bei minimalem Gewicht bietet.

Fazit: Suchst du eine besonders leichte Rolle für ermüdungsfreies Fischen, liegt die Daiwa vorn; brauchst du ein robustes „Arbeitstier“ mit viel Speed, ist die Nasci dein Favorit.

Das verbesserte Nachfolgermodel Shimano Nasci FD ist bereits erhältlich!

💡 Wichtiger Hinweis zur Verfügbarkeit: Da die von mir getestete Shimano Nasci FC ein absoluter Bestseller war, ist sie mittlerweile fast überall vergriffen. Shimano hat jedoch mit der Nasci FD bereits das verbesserte Nachfolgermodell veröffentlicht.

Das Gute für dich: Die FD-Serie nutzt dieselben bewährten Technologien wie Hagane-Getriebe und CoreProtect, die ich in diesem Test so geschätzt habe.

Du bekommst hier also die gleiche Performance im modernisierten Gewand. In den Produktlinks unten habe ich dir daher direkt das aktuell verfügbare FD-Modell verlinkt!

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Shimano Nasci vs. Daiwa Exceler: Erfahrungen im Praxistest

Einige Eigenschaften wie die Laufruhe, die Schnurverlegung und die Performance der Bremse stellt man nur beim aktiven Angeln am Wasser und beim Bespulen der Rolle fest.

In diesem Abschnitt beschreibe ich, welche Erfahrungen ich mit beiden Rollen beim Angeln gemacht habe und gehe auch auf Details ein, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind.

Schnurverlegung

Vor dem Angeln habe ich beide Rollen mit geflochtener Schnur bespult. Insgesamt würde ich die Schnurverlegung bei beiden Rollen als gut bezeichnen. Es sind nur kleine Unregelmäßigkeiten zu erkennen, die bei Angelrollen in dieser Preisklasse aber völlig normal sind.

Im Werkszustand tendiert die Shimano Nasci FC 4000XG zu einer leicht randlastigen Schnurverlegung. Das heißt, dass am vorderen und hinteren Spulenrand die Schnur etwas höher aufgespult wird und die Mitte der aufgespulten Schnur dadurch leicht ausgebuchtet erscheint.

Im Karton sind auch 4 Unterlegscheiben dabei, mit denen man die Schnurverlegung in Richtung Mitte korrigieren kann. Dazu entfernt man den Bremskopf und die Spule und legt die Unterlegscheiben unter die Spule.

Dadurch wird die Spule etwas höher auf der Rolle platziert und die Schnurverlegung ändert sich. Die Unterlegscheiben habe ich noch nicht ausprobiert, da mich die Schnurverlegung nicht gestört hat. Es ist aber gut, dass sie im Lieferumfang inbegriffen sind.

Die Daiwa 23 Exceler LT4000D-C zeigte ebenfalls eine leicht randlastige Schnurverlegung. Im Vergleich zur Nasci wird aber die Schnur nur am vorderen Spulenrand etwas höher aufgespult. Hier finde ich es schade, dass keine Unterlegscheiben dabei sind, um die Schnurverlegung zu korrigieren.

Vergleich der Schnurverlegung von Shimano Nasci und Daiwa Exceler mit sichtbaren Unterlegscheiben zur Justierung der Nasci-Spule.

 

Laufruhe

Beim stundenlangen Angeln am Wasser habe ich festgestellt, dass beide Rollen sehr ruhig laufen und beim Kurbeln kaum Geräusche feststellbar sind. Die Anzahl der Kugellager beträgt 5+1 bei der Shimano Nasci FC 4000XG und 5 bei der Daiwa 23 Exceler LT4000D-C.

Die beiden Hersteller verwenden unterschiedliche Arten, die Anzahl der Kugellager anzugeben. 5+1 bei Shimano bedeutet 5 Kugellager und 1 Walzenlager. Das Walzenlager wird für die unendliche Rücklaufsperre bei allen modernen Angelrollen verbaut.

Daiwa gibt das Walzenlager nicht extra mit +1 an, obwohl es auch verbaut wird. Beide Rollen sind also technisch gleichwertig im Bezug auf die Anzahl der Kugellager und Walzenlager.

Beim Kurbeln sind die Geräusche beider Rollen so leise, dass man schon aktiv hinhören muss, um einen Unterschied zu bemerken. Ich habe festgestellt, dass die Nasci FC etwas leiser ist als die Exceler LT. Das liegt wahrscheinlich an der Silent Drive Technologie von Shimano.

Beim Anlaufwiderstand gibt es einen deutlichen Unterschied. Ich habe einen kleinen Test gemacht und bei beiden Rollen die Kurbel parallel zum Boden ausgerichtet.

Dann habe ich die Kurbel losgelassen: Bei der Shimano Nasci blieb die Kurbel stehen, während sie sich bei der Daiwa Exceler sofort um 90 Grad nach unten drehte. Die Daiwa läuft also fast von alleine an – ein riesiger Vorteil für alle, die ein extrem direktes Ködergefühl suchen.

 

Langlebigkeit & Schutz

In meinem Langzeittest habe ich die Shimano Nasci FC 4000XG beim Spinnangeln mit schweren Kunstködern und beim Grundangeln verwendet. Die Daiwa 23 Exceler LT4000D-C kam ausschließlich beim Grundangeln zum Einsatz.

Bei beiden Rollen konnte ich keinen Unterschied im Hinblick auf die Langlebigkeit feststellen und sie laufen beide noch wie am ersten Tag. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich die Rollen nicht bei Regen und extremen Wetterbedingungen genutzt habe.

Im Hinblick auf den Schutz und die Langlebigkeit hat die Shimano Nasci FC 4000XG einen Vorteil aufgrund der Technologien CoreProtect und Hagane.

CoreProtect ist eine wasserabweisende Beschichtung am Schnurlaufröllchen und am Gehäuse, die das Eindringen von Wasser und Schmutz verhindert. Das kaltgeschmiedete Hagane-Getriebe gewährleistet über Jahre hinweg einen zuverlässigen Lauf.

Auch bei Daiwa gibt es eine entsprechende Technologie, die das Eindringen von Schmutz und Wasser verhindert. Diese heißt MagSealed und ist ein magnetisches Öl-System, das die Rolle entsprechend abdichtet. Die Daiwa 23 Exceler hat keine MagSealed Abdichtung.

 

Bremssystem

Bei der Bremse lege ich vor allem Wert auf 2 Eigenschaften: Sie sollte ruckfrei anlaufen, damit bei einem rabiaten Biss nicht die Schnur reißt oder die Rute bricht. Zum Grundangeln sollte sie außerdem so fein einstellbar sein, dass der Fisch widerstandslos Schnur abziehen kann.

Der 2. Punkt ist vor allem wichtig beim Grundangeln auf Karpfen, Barben, Welse und Hechte, da diese Fische bei einem Biss schnell die Rute vom Halter reißen können.

Vor dem Spinnangeln öffne ich die Bremse gerade so weit, dass sie bei einem aggressiven Hechtbiss noch stark genug ist, um zuverlässig den Anhieb setzen zu können, ohne dass Schnurverhedderungen entstehen.

Bei der Shimano Nasci FC 4000XG sind ab dem komplett geschlossenen Zustand der Bremse 3 volle Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn nötig, um die Bremse weich genug einzustellen.

Um die Bremskraft der Daiwa 23 Exceler LT4000D-C entsprechend einzustellen, werden ebenfalls 3 volle Umdrehungen benötigt.

Die Bremsen beider Modelle laufen ruckfrei an und können auch so leicht eingestellt werden, dass beim Grundangeln die Fische leicht Schnur abziehen können.

 

Mein Fazit

Nach meinem Praxistest lässt sich das Ergebnis des Duells so zusammenfassen: Es gibt keinen klaren Verlierer, aber zwei unterschiedliche Spezialisten.

  • Die Shimano Nasci FC 4000XG ist mein Favorit für alle, die ein robustes Arbeitstier suchen. Dank Hagane und CoreProtect wirkt sie langlebiger und läuft durch Silent Drive einen Tick leiser. Dass Unterlegscheiben zur Korrektur der Schnurverlegung beiliegen, ist ein vorbildlicher Service.
  • Die Daiwa 23 Exceler LT4000D-C gewinnt beim Handling. Sie läuft spürbar leichter an und ist ein echtes Leichtgewicht am Handgelenk. Wer nicht bei Extremwetter fischt und eine agile Rolle sucht, bekommt hier extrem viel Performance für sein Geld. Beachte jedoch: Die neue Exceler hat eine einteilige Kurbel ohne Klappgelenk. Das sorgt zwar für weniger Spiel und mehr Stabilität im Drill, allerdings kannst du die Kurbel für den Transport im Futteral nicht einfach einklappen, sondern musst sie immer komplett abschrauben.

Mein Tipp: Wähle die Nasci, wenn du eine schnelle, robuste Rolle für weite Würfe willst. Greif zur Exceler, wenn dir ein geringes Gewicht wichtig ist.

Besonderer Vorteil des D-C Modells der Exceler: Durch die tiefe Spule bietet sie eine deutlich höhere Schnurfassung als die herkömmlichen C-Modelle – perfekt, wenn du Reserven für starke Fluchten brauchst.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 

Sind die Shimano Nasci und die Daiwa Exceler salzwassertauglich?

Beide Rollen sind primär für das Süßwasser konzipiert.

Die Shimano Nasci bietet durch die CoreProtect-Beschichtung zwar einen guten Schutz gegen Spritzwasser, ist aber nicht offiziell als salzwasserfest eingestuft.

Die Daiwa Exceler besitzt keine MagSealed-Versiegelung. Wenn du sie dennoch im Brackwasser oder an der Küste einsetzt, solltest du beide Rollen nach jedem Einsatz unbedingt gründlich mit Süßwasser abspülen.

 

Ist eine Ersatzspule im Lieferumfang enthalten?

Nein, bei beiden Modellen wird standardmäßig keine Ersatzspule mitgeliefert. Das ist in dieser Preisklasse unter 100 Euro mittlerweile branchenüblich. Ersatzspulen können jedoch separat beim Fachhändler bestellt werden.

 

Kann man die Kurbel von Links- auf Rechtshandbetrieb umbauen?

Ja, bei beiden Rollen lässt sich die Kurbel ganz einfach umstecken.

Da beide über eine einschraubbare Kurbel verfügen, musst du sie lediglich auf der einen Seite herausdrehen und auf der gegenüberliegenden Seite wieder eindrehen. Das sorgt bei beiden Modellen für einen sehr direkten Kraftschluss ohne lästiges Wackeln.

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